Mit Bett+Bike auf dem Havelradweg von Brandenburg an der Havel nach Potsdam

Am 2. Juniwochenende ging es für Corinna und mich aufs erste Fahrrad-Wochenende des Jahres. Am Sonntag, den 10. Juni, stand wieder das Fahrradkonzert in Potsdam an und wir wollten diese Gelegenenheit erneut mit einem ganzen Fahrrad-Wochenende kombinieren. Vor zwei Jahren sind wir von Heiligensee nach Potsdam gefahren, dieses Jahr ging es auf dem Havelradweg von Brandenburg an der Havel nach Potsdam.

Die Anreise begann bereits am Freitag mit dem Zug nach Brandenburg an der Havel. Übernachtet haben wir in einer Ferienwohnung direkt am Wasser. Wir spazierten abends – es ist ja noch so wunderbar lange hell – durch die Gassen der Stadt und ich war verliebt. Es ist wirklich eine schöne Stadt mit süßem Altstadtkern. Sicher nicht mein letzter Besuch hier. Am nächsten Morgen stärkten wir uns bei Kaffee und Teilchen in einer Bäckerei und dann ging es auch schon los.

Hinweis: Brandenburg an der Havel ist vor Werder die letzte Möglichkeit, Getränke und Snacks zu kaufen. Der eigentliche Havelradweg führt mitten durch die Natur.

Wir folgten der Hauptstraße Richtung Bahnhof und fuhren hinter der Brücke links. Hier gibt es auch nochmal zwei Supermärkte. Am Ende der Straße radelten wir nach links weiter auf der Potsdamer Straße. Der erste Teil führt auf einem gut ausgebauten Fahrradweg neben der Straße entlang. Es wird noch idyllisch – versprochen. In Neuschmerzke bogen wir nach links ab auf die Berliner Straße. Auf diesem Teil der Strecke ist die Beschilderung des Havelradweges leider eher nicht vorhanden. Gut, dass ich mir die Tour vorher auf komoot geladen habe.

Hier führt der Weg zunächst ein Stück auf dem Fußweg entlang, später wird es zu einem richtigen Radweg. Es ging ein ganzes Stück geradeaus, hinter dem kleinen Kanal führte dann links eine Straße hinein. Der Havelradweg war dann ab hier eigentlich durchgängig super ausgeschildert. Am Ende des kleinen Ortes Gollwitz radelten wir nach links auf einen Wanderweg und ab da geht es auch schon an der Havel entlang. Genauer gesagt auf einem Deich.

Es war sehr heiß an diesem Tag und es waren nur wenige Radler unterwegs. Herrlich. Nur die Natur, die Havel, Vogelgezwitscher, unsere Räder und wir. Der Weg war gut ausgebaut und asphaltiert. Es ging von nun an fast nur noch geradeaus auf dem mäandrierenden Radweg. Links konnte man immer wieder die Havel erspähen, mal mehr mal weniger, rechts radelten wir vorbei an Feldern und Wiesen. Hach von derartigen Ausblicken kann ich einfach nie genug bekommen. Diese Weite der Natur – Wunderbar.

Ich hatte vorher schon gelesen, dass sich ein Aufstieg zu den Götzer Bergen lohnt. Als wir das Hinweisschild sahen, schlossen wir kurzerhand unsere Räder an und wanderten Richtung Aussichtsturm. Leider wurden wir von einer Million Mücken begrüßt, die sich alle ausgehungert auf uns stürtzen. Ich habe wie wild um mich geschlagen und fühlte jedes Mal so viele Mücken an meinen Armen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Corinna war noch Willens weiter zu gehen, ich hielt es nicht mehr aus. Ich rannte zurück zu unseren Rädern, machte die Schlösser ab und fuhr so schnell es nur ging weg aus diesem Stück Wald. Wenn ich jetzt davon schreibe, kribbelt es mir wieder am ganzen Körper. Es gab noch weitere Wanderwege zum Aussichtsturm, aber wir verzichteten gern.

In dem Ort Götzer Berge wollten wir noch zum Havelblick fahren, aber der Weg war versperrt. Nun denn. An einem alten Gutshaus auf der rechten Seite machten wir eine Pause unter einem Baum. Großer Nachteil dieser Radtour war, dass es nur wenige Rastplätze gab und diese alle in der Sonne waren. Bei diesen Temperaturen eher weniger erholsam.

Dahinter fuhren wir vorbei an einer Reihe kleiner Seen, einige werden auch zum Angeln genutzt. Hier gab es endlich eine Badestelle. Diese hatten wir bisher eher vergebens gesucht, da das Ufer der Havel häufig dicht bewachsen ist. Wir mussten bei den Temperaturen nicht lange überlegen und sprangen ins kühle Nass. Herrlich.

Frisch abgekühlt gelangten wir zum einzigen Lokal zwischen Brandenburg an der Havel und Werder – dem Havelstübchen. Wir nahmen im kleinen Biergarten Platz, es war gut besucht. Wir bestellten zwei Radler. Ich fragte, was es denn für Eisbecher gab, und wurde mit einem „Dit weeß ick nicht, müssen se auf der Tafel vorne kieken“ begrüßt. Oha Freundlichkeit war wohl eher nichts für den Kellner mittleren Alters. An der Tafel standen dann ganze zwei Eisbecher (hätte man sich als Kellner ja auch merken können), wir entschieden uns aber für Stiel-Eis. Wenig später ging ich mit meiner Flasche auf Toilette, um Wasser aufzufüllen. An der Tür prangte bereits ein Schild a la „Wasser abfüllen nicht erlaubt“. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, pflaumte mich der unfreundliche Kellner von hinten auch noch an, dass ich die Flasche nicht mit auf Toilette nehmen darf. Draußen waren tausend Grad und das Havelstübchen ist das einzige Lokal auf dem Radweg. Aber so richtig scheinen sie auf Radler nicht eingehen zu wollen. Ich hätte ja auch nichts gegen einen großen Wasserspender, wo ich meine Flasche für 50 Cent oder so abfüllen kann. Aber so etwas Unfreundliches ist mir lange nicht untergekommen. Auch die anderen Gäste waren eher verwundert. Ich musste dann ein stilles Wasser kaufen.

An unseren Tisch gesellten sich zwei Radler, die eine Tour durch Deutschland in einer Woche machen. Sie sind in der Nähe von Bremen gestartet und wollten dann weiter Richtung Ostsee. Auch cool.

Immer noch baff über die Unfreundlichkeit des Kellners radelten wir dann weiter. Kurz vor Werder fuhren wir dann auch an den berühmten Obstplantagen von Werder vorbei. Wir fuhren durch Werder immer den Schildern des Havelradweges folgend. Ich war ja bereits hier und mag es sehr. Die teilweise alten Häuser sind sehr schön und es lässt sich angenehm fahren. Wir fuhren einmal quer durch die Stadt bis zur Berliner Straße, dort bogen wir links ein. Über die Brücke und dahinter gleich rechts runter. Hier befindet sich der schöne Biergarten Baumgartenbrück direkt am Wasser. Ich kannte diesen bereits von der Radtour um den Templiner- und Schwielowsee. Nach dem Havelstübchen war es eine Wonne hier zu sein. Freundliches Personal und ein traumhafter Ausblick. Wir aßen etwas und es war köstlich.

Nach der Stärkung traten wir die letzte Etappe nach Potsdam an. Ich mag diesen Teil entlang des Templiner Sees sehr. Der Ausblick ist traumhaft. An der Breiten Straße in Potsdam bogen wir links in die Lindenstraße ab zu unserem Bett+Bike Hotel am Großen Waisenhaus.

Kennst du schon Bett+Bike? Mit Bett+Bike kannst du fahrradfreundliche Unterkünfte in Deutschland und Europa finden. Vom komfortablen Hotel bis zur gemütlichen Pension ist alles dabei. Alle Bett+Bike Unterkünfte müssen gewisse Qualitätsrichtlinien erfüllen, z.B. ein abschließbarer Raum für Fahrräder über Nacht, Raum zum Trocknen von Kleidung und Ausrüstung, ein vollwertiges Frühstück oder Bereitstellung eines Basisreparatursets. Einige Unterkünfte bieten sogar noch weitere Dienstleistungen für Radler an.

Da ich wusste, dass wir in Potsdam übernachten werden, habe ich unter www.bettundbike.de nach einer Unterkunft in Potsdam gesucht. In der Unterkunftssuche kann man sogar nach Radfernwegen oder Naturräumen suchen. Auf der Suchergebnisseite bekommt man dann alle Unterkünfte der gewünschten Region auf einer Karte und in einer Liste angezeigt. Man kann nach Preis, Sternen oder fahrradrelevanten Kriterien filtern. Wir wollten zentral in Potsdam übernachten und entschieden uns für das Hotel am Großen Waisenhaus. Die Buchung ging problemlos über die Hotelwebseite.

Als wir in die Lindenstraße zum Hotel einbogen, fiel ich erstmal vom Glauben ab. Hier standen ja noch soooo schöne alte Gebäude und das Hotel sah ebenfalls großartig aus. Wir waren zunächst jedoch etwas verwundert, es gab vor dem Eingang kein Fahrradständer o.ä. Ich ging zur Rezeption und wurde vom Hoteldirektor Herr Dudeck freundlich begrüßt. Es gibt einen abschließbaren Fahrrad-Stellplatz auf der Rückseite des Hotels und Herr Dudeck begleitete uns kurzerhand dorthin. Den Schlüssel dafür konnten wir für den gesamten Aufenthalt behalten. Danach checkten wir ein und wir bezogen unser Zimmer. Ein wirklich schönes Zimmer und wir machten uns nach den heißen Temperaturen und der langesn Radtour erstmal frisch.

Es war noch früh am Abend und wir spazierten durch die umliegenden Straßen und zum Holländischen Viertel. In letzterem war ich tatsächlich noch nie. Asche auf mein Haupt. Es war wunderbar und erinnerte mich an meine diversen Urlaube und Radtouren in Seeland. Wir aßen noch etwas in einem der Restaurants in der Altstadt und fielen irgendwann müde und beseelt ins Bett. Schließlich wartete eine weitere Radtour am nächsten Tag auf uns.

Am nächsten Morgen starteten wir mit einem hervorragenden Frühstücksbüffet in den Tag. Es gab alles, was das Herz begehrt. Toll. Wir packten unsere Fahrradtaschen und holten unsere Räder ab. Herr Dudeck verabschiedete sich noch, schenkte uns zwei Wasser und wünschte uns viel Spaß auf dem Fahrradkonzert. Hach schön war’s.

Mein Bericht zum Fahrradkonzert folgt. Diese Radtour findest du übrigens auch in meinem Buch.

Hinweis: Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Bett+Bike. Meine Meinung zum Hotel bleibt davon unberührt.



Tipps für Potsdam

Hi, ich bin Tine und gebürtige Berlinerin. Ich liebe es mit dem Fahrrad meine geliebte Heimatstadt zu erkunden und berichte auf meinem Blog darüber. Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah.

Tine

Hi, ich bin Tine und gebürtige Berlinerin. Ich liebe es mit dem Fahrrad meine geliebte Heimatstadt zu erkunden und berichte auf meinem Blog darüber. Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah.

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