Fahrradkonzert in Potsdam 2018

2016 habe ich zum ersten Mal am Fahrradkonzert im Rahmen der Potsdamer Musikfestspiele teilgenommen und war begeistert. Auf meinen Artikel zum Fahrradkonzert in Potsdam 2016 erfährst du, was das genau ist und wie es war. Dieses Jahr waren wir dann auch wieder dabei.

Der Ablauf

Wir hatten unsere Tickets wieder vorab online gekauft und am Tag des Fahrradkonzertes musste man sich zum Check-In zwischen 9 und 11:30 Uhr am Luisenplatz einfinden. Jeder fährt die Radtour ja für sich und kann dementsprechend entscheiden, wann man losfährt. Beim Check-In bekommt man ein Keyholder zum Umhängen und Unterlagen zur Tour. Erst damit erhält man freien Zutritt zu allen Veranstaltungen.

Und dann radelten wir auch schon los. In den Unterlagen befand sich eine Karte der Tour sowie das Veranstaltungsprogramm. Die Radtour ist aber auch immer entlang der Straße ausgeschildert, sodass man nicht auf die Karte schauen muss.

Für 2018 sah das Programm wie folgt aus:

Programm 2018

In diesem Jahr standen die Festspiele unter dem Motto „Potsdam Europa“ und es wurden 24 Konzerte, Führungen und Besichtigungen an 18 Orten geboten.

Start: Luisenplatz Potsdam
Beim Check-In gab es keltische Musik mit Dudelsack und Trommeln.

Holländisches Viertel & Französisches Quartier
Europas größtes geschlossenes Stadtviertel im holländischen Stil außerhalb der Niederlande. Auf dem Weg zum schönen Holländerviertel kam uns eine Jazz-Band auf Fahrrädern und Cargobikes entgegen. Sehr cool. So hatten wir auch mehr Zeit die schönen Häuser des Viertels zu bestaunen.

Museum Barberini
Hier wollte ich schon ewig rein und war verzückt, dass es beim diesjährigen Fahrradkonzert dabei ist. Wir konnten die Max Beckmann-Ausstellung besuchen und im Ausstellungsraum gab es dazu noch ein Konzert eines Jazz-Duos. Die Bilder und Exponate von Max Beckmann waren toll, zugegebener Maßen war ich dann aber architektonisch vom Museum Barberini eher enttäuscht. Es ist sehr nüchtern und schlicht gehalten. Im Museumscafé haben wir uns dann noch eine Pause gegönnt.

Hotel Mercure, Terrasse
Hier durften wir in die 17. Etage und die Aussicht genießen. Es war keine Dachterasse, aber der Ausblick war dennoch super.

Friedrichskirche Babelsberg
Wir radelten durch zauberschöne Wohngegenden von Potsdam. Ich war mal wieder verzückt von dieser Stadt und ihrer Architektur. Als wir dann zur Friedenskirche Babelsberg fuhren, fiel ich jedoch vom Glauben ab. Hier stehen noch eine Vielzahl alter Bauernhäuser, die wie aus der Zeit gefallen sind. Fast wie in Rixdorf in Neukölln, nur viel viel mehr Häuser. Wahnsinn. In der schönen Friedenskirche spielten Solisten des Il Suonar Parlante Orchestra Barockmusik mit osteuropäischem Einschlag.

Klein-Glienicke, Loggia Alexandra & Alpen
Hier regnete es und wir stellten uns unter einen Baum, um etwas auszuharren. Da wir schon leicht in Zeitverzug geraten sind, entschieden wir uns, dieses auszulassen und direkt weiterzuradeln.

Villa Schöningen & Café Zanotto
Was für eine zauberschöne Location. Im Garten hinter der Villa wurde gepicknickt oder Kaffee ud Kuchen aus dem eigenen Café genossen. Dazu gab es eine zünftige Blaskapelle.

Kaiserliche Matrosenstation Kongsnaes
Mit der Matrosenstation im Wikingerlook holte sich Wilhelm II. ein Stück Norwegen an den Jungfernsee. Das Haus ist wahrlich eine Pracht und passt irgendwie so gar nicht an die von Villen gesäumte Allee.

Schloss Cecilienhof
Hier waren meine Freundin und ich bereits, daher haben wir das übersprungen.

Jüdischer Friedhof
Der älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1743. Davor begruben die Juden Potsdams ihre Toten in Berlin, 1743 gab ihnen Friedrich II. ein Stück Land am Westhang des Pfingstbergs (seitdem auch der »Judenberg« genannt). Ein wunderschönes Friedhof mit alten Grabsteinen, der als einziger Friedhof in Deutschland zum UNESCO-Welterbe zählt.

Alexander-Newski-Kirche
Mitten im Park gelegen steht diese russisch-orthodoxe Kirche. Innen ist es typisch prunkvoll, wie man es so kennt.

Russische Kolonie Alexandrowka
Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Friedrich Wilhelm III. für russische Chorsänger des 1. Preußischen Garderegiments diese zauberschönen Häuser im russischen Stil erbauen. Beim letzten Fahrradkonzert waren wir ja nur Zaungäste. Dieses Mal wurde das Museum Alexandrovka geöffnet und im Garten fand ein Konzert statt. Ein Essenstand verkaufte Kuchen, Getränke und natürlich Wodka.

Kunstdorf Bornstedt
Hier waren wir aus Zeitgründen nicht, da wir noch zum letzten Punkt wollten:

Gedenkstätte Lindenstraße
Mitten in der Alstadt von Potsdam befindet sich unscheinbar in der Lindenstraße ein ehemaliges Gefängnis. Bis zum 2. Weltkrieg wurde es als Amtsgericht genutzt. Danach wurde es von den Nationalsozialisten, der russischen Besatzung sowie der DDR-Regierung als Gefängnis genutzt. Es regnete stark draußen und wir kamen gerade zu spät für eine Führung. Das Glück war jedoch auf unserer Seite, denn Erhard Neubert erklärte sich bereit zu einer privaten Führung nur für uns. Es stellte sich heraus, dass er mehrfach inhaftiert war (wir haben nicht nachgefragt), und seine Zeitzeugen-Berichte waren sehr bedrückend. Ein Besuch ist empfehlenswert!

Das Abschlusskonzert haben wir zu Gunsten eines Abendessens beim Vietnamesen in der Potsdamer Altsadt ausgelassen.

Mein Fazit

Das Fahrradkonzert durch Potsdam war mal wieder eine Wonne. Wir sind mal wieder zu Orten gekommen, die wir so wohl nie gesehen hätten. Wir fuhren durch so tolle Straßen, da würde man als Nicht-Potsdamer wohl nie entlang fahren. Es hat sich wirklich gelohnt. Lediglich die Zeiteinteilung war wieder sehr knapp. Wir haben ja ein paar Stationen ausgelassen, weil wir es sonst nicht geschafft hätten.

Auf der Webseite der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci gibt es alle Infos zum nächsten Fahrradkonzert.



Weitere Touren

Hi, ich bin Tine und gebürtige Berlinerin. Ich liebe es mit dem Fahrrad meine geliebte Heimatstadt zu erkunden und berichte auf meinem Blog darüber. Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah.

Tine

Hi, ich bin Tine und gebürtige Berlinerin. Ich liebe es mit dem Fahrrad meine geliebte Heimatstadt zu erkunden und berichte auf meinem Blog darüber. Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah.

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