Architektur und Lost Places in Schöneweide und Adlershof

Ich liebe Architektur und vor allem Lost Places. Es ist immer wieder beeindruckend, wie viele Ruinen und sog. Lost Places noch in Berlin zu finden sind. Mit meiner Freundin Corinna hab ich mich auf eine kleine Radtour begeben zu verlassenen Orten in Schöneweide und Adlershof. Dabei haben wir noch allerlei tolle weitere Ecken entdeckt.

Los ging es am S Treptower Park. Es ist doch immer wieder schön hier entlang zu radeln. Der Blick auf die Halbinsel Strahlau ist herrlich und es fühlt sich mit der riesigen Grünfläche irgendwie so gar nicht nach Großstadt an.

Immer geradeaus vorbei an der Insel der Jugend, der wir auch noch einen Besuch abgestattet haben, und weiter vorbei am Spreepark. Kurz vor dem Ende des Spreeparks fährt die Fähre F 11 ca alle 20 Minuten auf die andere Seite der Spree.

Mit ihr sind wir übergesetzt und dann rechts in die Nalepastraße abgebogen. Hier befindet sich noch eine relativ große Kleingartenkolonie. Einige Datschen sind wirklich Zucker.

Wir radelten immer geradeaus. Hinter der Edisonstraße befindet sich rechts das teilweise noch verlassene Transformatorenwerk Oberschöneweide. Einige Gebäude wurden zu Wohn- und Geschäftshäusern umgebaut, der alte Stil blieb aber erhalten. Ein paar wenige stehen leer.

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Das Transformatorenwerk der AEG beginnt Anfang der 20er Jahre mit der Produktion und wird binnen kurzer Zeit Weltmarktführer für Großtransformatoren. Nach dem Krieg wird es zu einem volkseigenen Betrieb und ist „Hoflieferant“ der Energiewirtschaft der DDR.

Das Gelände liegt sehr schön direkt an der Spree. Vor der Laufener Straße befindet sich rechts auch noch ein alter Verladekran (oder so).  Ein Stück weiter befinden sich noch die ehemaligen Kabelwerke Oberspree. Riesige Kabeltrommeln auf dem Gelände zeugen von der Nutzung.

Wir radelten weiter über den Kaisersteg. An der Ecke Hasselwerder- und Fließstraße wollten wir uns eigentlich das Gelände der VEB Berliner Metallhütten und Halbzeugwerke ansehen, aber dies muss erst vor kurzem abgerissen worden sein.

Darum radelten wir weiter unter dem S-Bhf Schöneweide hindurch auf den Sterndamm, dann links in den Königsheideweg. Am Ende der Straße erblickten wir hinter einer Mauer schon das riesige Gelände des VEB Kühlautomat Berlin mit zahlreichen verlassenen Gebäuden. Durch kleinere Löcher in Mauern oder Zäunen konnte man einen Blick auf das riesige Gelände erhaschen.

VEB Kühlautomat Berlin wurde 1950 gegründet und stellte Kühlschränke und weitere Maschinen her. Nach der Wende wurde es noch bis 1996 weitergeführt und ging danach wieder an die Nachfahren der früheren jüdischen Besitzer zurück. Seitdem liegt es brach. Schon allein der Größe wegen war dieses Gelände super beeindruckend.

Wir fuhren weiter über den Groß Berliner Damm. An der Straße „Zum Großen Windkanal“ (was für ein Name) entdeckten wir ein eher ungewöhnliches Gebäude und bogen kurzerhand ab. Das Gelände gehört heute zur HU und wird auch Aerodynamischer Park genannt. Drei eigentümliche Gebäude zeichnen sich hier ab: Motorenprüfstand, Trudelturm und Großer Windkanal. Diese denkmalgeschützten Gebäude wurden in den 20er und 30er Jahren als Teil der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) errichtet.  Neben den Gelände befindet sich auch noch der ehemalige Flugplatz Johannisthal.

Rechts befindet sich der SBZ Motorenprüfstand, der heute ein Café beherbergt. Hier wurden Flugmotoren mit Luftschrauben auf Wirksamkeit, Belastbarkeit und Lebensdauer geprüft.

Geradezu befindet sich der Trudelturm – was für ein Name, was für ein Gebäude. Bei seiner Errichtung stellte dieser eine technische Innovation dar. Erstmals konnte das Trudeln von Flugzeugen im Labor simuliert werden und es wurde ermittelt, wie führerlos trudelnde Flugzeuge abzufangen und wieder zu beherrschen sind.

Links steht der Große Windkanal, der aerodynamischen Untersuchungen in Luftströmen diente. In der Röhre wurde der Luftstrom auf Flugzeugteile geleitet, um das Widerstandsverhalten zu messen. Wirklich ein einmaliges Gelände.

Über die Rudower Chaussee radelten wir dann zur Altstadt Köpenick. An der Dörpfelstraße befindet sich linker Hand noch ein Marktplatz. Dahinter geht die Genossenschaftsstraße ab mit richtig schönen alten Backsteingebäuden. Ein Abstecher lohnt sich. An der schönen Spreepromenade in der Altstadt Köpenick machten wir eine Pause mit Kaltgetränken und beobachteten das Treiben. Zurück ging es mit der S-Bahn.

 

 

 

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Tine

Hi, ich bin Tine und gebürtige Berlinerin. Ich liebe es mit dem Fahrrad meine geliebte Heimatstadt zu erkunden und berichte auf meinem Blog darüber. Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah.

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