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Nach einer ruhigen Nacht wurden wir am Morgen vom Vogelgezwitscher geweckt. Obwohl das 2-Personen-Zelt nicht allzu viel Platz für uns 3 bereithielt, haben wir alle gut geschalfen. Das könnte auch an der Anstrengung des vorherigen Tages gelegen haben 🙂 Nach einem ausgiebigen Frühstück mit meinen Freund*innen, haben wir das Zelt abgebaut und die Fahrräder wieder bepackt. Die heutige Etappe zum Campingplatz war nur knapp 45 km lang. Also schon mal ein ganzes Stück kürzer als am Tag davor.

Von Alt-Ruppin radelten wir los zunächst nach Norden bis zur Brücke nach Molchow. Ich kenne die Gegend ein bisschen und kannte den Weg. Hinter Molchow führte der Weg auf einem richtig tollen asphaltierten Radweg über Wiesen und Felder. Keine Radler*innen weit und breit. Nur wir 3, unsere Räder und gute Laune. Das Wetter war uns ebenfalls gesonnen und so radelten wir dahin.

Felder und Wiesen wurde durch traumhafte Wälder mit ebenso tollen Radwegen abgelöst. Wir passierten kleine Dörfer, sonst viel Natur. So ging es immer gerade aus, wir folgten der Beschilderung nach Rheinsberg – unser erstes Ziel. Angekommen in Rheinsberg haben wir zunächst einen Lost Place gesehen – die Obermühle. Wir stiegen ab und erkundeten den Ort. Das Gelände war jedoch verrammelt und verriegelt. Anschließend statten wir natürlich dem schönen Schloss Rheinsberg einen Besuch ab. Es war brütend heiß. Unter einem Baum machten wir eine kleine Snack-Pause.

In der Bäckerei Jahnke in der Seestraße gab es Kuchen und Eiskaffee. Belohnung muss sein. Ein Leierkasten-Mann spielte Musik und wir genossen die kleine Sattelpause. Fit und gestärkt radelten wir ein ganzes Stück am Grienericksee entlang. Die Aussicht war herrlich, der See schier unendlich.

An der Zechnlinhütter Landstraße wechselten wir auf einen gut ausgebauten Radweg, der getrennt von der Straße entlang führt. Zugegeben nicht so schön wie durch den Wald zu radeln, aber trotzdem eine schöne Strecke. Hier ging es ein ganzes Stück geradeaus bis zum Dorf Zechlinerhütte. Kurz dahinter führt der Radweg auch viel durch Waldgebiete. Richtig schön. Hinter dem Großen Prebelowsee passierten wir die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Whoop Whoop!

Wir folgten dem Radweg über Canow bis nach Neu-Canow. Hier stand ein Schild „FKK Camping am Rätzsee“ – da wollen wir hin. Wir bogen links ein und fuhren auf einer wenig befahrenen Straße durch den Wald. Wir trauten unseren Augen kaum als uns ein Hirte mit einer Kuhherde entgegen kam. Auf sein Kommando reihten sich die Kühe in Dreier-Reihen auf uns wir konnten langsam hindurchradeln. Landleben jucheee…

Nun war es auch nicht mehr weit. Wir radelten durch das kleine Nest Drosedow und folgten der weiteren Beschilderung zum Campingplatz. Das letzte Stück war etwas holprig über Stock und Stein, links ein Wald, rechts nicht enden wollende Felder. Natur pur.

Gegen 17 Uhr erreichten wir den FKK Campingplatz am Rätzsee. Das war Luzias Idee. Corinna und ich haben noch nie FKK gemacht. Öfter mal was Neues. Wir mussten bei der Anmeldung noch einen Coronatest machen und wurden bereits von den ersten Unbekleideten begrüßt. Wunderbar.cBei der Anmeldung stellten wir jedoch fest, dass Luzia ihren Schlafsack aus dem Gepäckträgerkorb verloren hat. Oh nein. Ich schaute meine Fotos durch, um zu schauen, wo sie den ungefähr verloren hat. Es war aber schon kurz hinter Rheinsberg. Es ist keiner von uns aufgefallen. Nun denn. Wir würden Luzia in dieser Nacht mit sämlichen Handtüchern, Tüchern und Kleidungsstücken ausstatten.

Uns wurde der Weg zur Zeltwiese gezeigt und wir radelten los. Auf dem Campingplatz tummelten sich Dauercamper, Wohnmobil-Urlauber und Zeltgäste – Familien, Paare, Rentner – alles dabei. Unser Igluzelt – das mit Abstand Kleinste auf dem Platz – war schnell aufgebaut. Wir richteten uns noch häuslich ein, hängten die Lichterkette auf (muss sein) und danach wollten wir einfach nur noch in den Rätzsee hüpfen. Die Duschmarken waren aus, daher kam uns der Sprung in den doch eher kalten See sehr recht. Es war wunderbar.

Luzia hatte an Abendbrot gedacht und so kredenzten wir uns Asianudeln auf dem Gaskocher. Es war ein Gaumenschmaus. Es sind doch immer wieder die kleinen Freuden im Leben – wie eben ein paar Asianudeln nach einem Tag auf dem Sattel. Wir ließen den Tag Revue passieren und spielten Karten. Auf der Zeltwiese gab es auch überdachte Holztische, die man nutzen kann. Richtig gut. Denn Tisch und Stühle haben wir nun nicht noch auf dem Rad mitgenommen 🙂 Wir gingen früh ins Bett.

Wir blieben zwei Nächte auf dem Campingplatz. Luzia hatte in der Nacht doch etwas gefroren. Doof. Wir nahmen am Morgen an einer Yoga-Stunde teil, die dort immer montags stattfindet. Es war noch eher frisch, aber die Yoga-Übungen taten richtig gut. Später sind wir nach Wesenberg geradelt. Hier gab es im örtlichen Supermarkt noch einen Schlafsack für Luzia (Yay!) und auf dem Rückweg haben wir am Wegesrand noch wilde Blaubeeren gesammelt. Sonst verbrachten wir den Tag mit baden, sonnen und in der Hängematte faulenzen. So soll es sein.

Fazit zum FKK: Mir hat es richtig gut gefallen. Man muss sich keinen Kopf machen, was man anzieht – nämlich nichts. Das peinliche Am-Strand-Umgeziehe fällt weg und ich stellte mal wieder fest, dass niemand, wirklich niemand, einen perfekten Körper hat. Zudem war es auch richtig warm, als wir da waren. Da ist es wunderbar, wenn man einfach nichts anhaben muss. Auf diesem Campingplatz war es aber auch nur im und am Wasser Pflicht, unbekleidet zu sein.

Am letzten Tag sind wir dann nach Fürstenberg/Havel geradelt. Die Strecke war leider weniger schön und führte oft auf der Straße entlang. Das letzte Stück war sogar ziemlich viel befahren. Es gab aber – soweit ich weiß – keine richtige Alternative. So zogen wir durch und kamen wohlbehalten an. Wir nahmen den Regio zurück nach Berlin und waren noch ganz beseelt von den Eindrücken. Uns kam es auch vor als wären wir ewig weg gewesen. Schön war’s…

Lies hier den ersten Teil der Radtour zur Müritz

Lies auch: Radtour um den Kölpin- und Fleesensee (Müritz)

 

*Die Hängematte wurde mit freundlicherweise gratis zur Verfügung gestellt.

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