Radtour durch Neukölln

Neukölln ist ein Schmelztiegel der Kulturen und das aber schon seit fast 250 Jahren. Denn in dem Stadtteil Rixdorf rund um den Richardplatz siedelten Mitte des 18. Jahrhunderts böhmische Flüchtlinge. Genau das macht Neukölln so spannend und es gibt viel zu entdecken. Die Palette reicht von der lebendigen Karl-Marx-Straße, dem beschaulichen Richardplatz, die Hufeisensiedlung, Schloss und Schlossgarten in Britz oder der türkische Markt am Maybachufer.

Aber von vorne. Bei herrlichem Wetter habe ich mich mal wieder auf mein Fahrrad geschwungen, um eine Radtour durch Neukölln zu machen. Los geht es am U-Bahnhof Schönleinstraße (U8). Von dort geht es ein Stück zurück Richtung Maybachufer. Dienstag und Freitag findet hier der legendäre türkische Markt statt. Mittlerweile aber auch kein Geheimtipp mehr – Touristen tummeln sich zwischen türkischen Omas und Hipstern. Hier kann man herrlich am Landwehrkanal langfahren.

An der Kreuzung zwischen Landwehrkanal und Neuköllner Schifffahrtkanal hat man einen traumhaften Ausblick. Weiter geht es noch ein Stück auf dem Weigandufer. An der ersten Brücke dann rechts in die Wildenbruchstraße. Immer geradewegs auf die Karl-Marx-Straße zu.

Hier kommt ihr dann am Rathaus Neukölln raus, direkt an der Karl-Marx-Straße. Was für eine Straße. Als Autofahrer schon der Horror, als Radfahrer ist man dann aber wirklich das letzte Glied in der Kette – vermutlich noch hinter den Ratten :-) Daher habe ich es auf meiner Tour so gut wie vermieden, hier entlang zu fahren.



Vor dem Rathaus Neukölln befindet sich das kleine Café La Grappa mit ein paar Tischen und Bierbänken. Hier lässt es sich bei schönem Wetter herrlich sitzen und Leute beobachten. Das habe ich dann auch gleich gemacht. Die Karl-Marx-Straße ist schon das Herz Neuköllns und sie fasst diesen Bezirk sehr gut zusammen. Alte Häuser neben neuen, die Neukölln Arcaden neben dem schönen Rathaus Neukölln, dazwischen alteingesessene Geschäfte neben Dönerbuden und Handyläden, viel Verkehr und noch mehr Menschen.



Nach einem kleinen Schlenker geht es weiter westwärts in die Flughafenstraße. An der Spitze des Volksparks Hasenheide dann links in die Fontanestraße und weiter zur Schillerpromenade – das Herz des Schillerkiezes. Schöne Altbauten reihen sich aneinander und ein bepflanzter Grünstreifen in der Mitte gibt ein besonderes Flair. Kein Wunder, dass dieser Kiez ebenfalls von Gentrifizierung befallen ist. Alteingesessene Kneipen, davor parken BMW und Mercedes. Die Genezareth-Kirche teilt die Straße in der Mitte. Dahinter geht es links in die Kienitzer Straße über die Hermannstraße, dann rechts in die Werbellinstraße. Nach einem Stück geht rechts einen Fußweg rein (man muss leider ein paar Treppen überwinden).

Am Ende wartet noch eine schöne alte Schule mit separatem Eingang für Mädchen und Knaben. Um die Schule rum auf den Mittelweg geradewegs zu auf die Karl-Marx-Straße. Links und dann gleich wieder rechts in die Uthmannstraße. Hier geht es nach Rixdorf – das ehemalige Böhmische Dorf. Diese Straße ist schon sehr bezaubernd mit kleinen alten Häuser und Kopfsteinpflaster-Straße.


Am Ende der Straße fällt man dann wirklich vom Glauben ab. Mitten in Neukölln stehen alte kleine Bauernhäuser. Und nicht nur eines, sondern gleich mehrere zusammen. Wirklich soooooo schön. Wie in einem Film. Die verwinkelten Alt-Rixdorfer Straßen mit kleinen Läden und Hinterhöfen mit Gemüse- und Blumenbeeten erinnern eher an ein Dorf als an eine Großstadt wie Berlin. Rixdorf wurde Mitte des 18. Jh. von protestantischen Flüchtlingen aus Böhmen gegründet. Hier fahrt ihr ein bisschen durch den Kiez, der Comeniusgarten ist einen Abstecher wert. Der Richardplatz ist das Zentrum von Rixdorf und die Dorfschmiede sind wie aus einer anderen Zeit entsprungen.

Hier habe ich in der Villa Rixdorf eine Pause gemacht. Bei schönem Wetter kann man herrlich draußen sitzen und das surreale Bild genießen. Dann geht es wieder zurück zur Karl-Marx-Straße, auf die Thomasstraße, dann links in die Rübelandstraße. Hier geht es geradewegs zum Körnerpark. Dieser Park ähnelt einem Schlosspark mit Wasserspielen und einer Orangerie mit Café und Galerie für wechselnde Ausstellungen. Wirklich schön.

Nach mehreren Schlenkern geht es in die Emser Straße. Bis zum Ende, dann links über die Schienen und danach gleich rechts. Hinter dem Lidl geht’s links in die Bärensiedlung. Diese Wohnhöfe mit Grünanlagen und Brunnen stehen als Gesamtensemble auch unter Gartendenkmalschutz und entstanden 1929–1931.

Am Ende geht es auf den Tempelhofer Weg Richtung Teltowkanal. Dahinter gleich links auf einen Fußweg. Man kann wunderbar am Kanal entlang fahren. Ihr fahrt bis zur Buschkrugallee, ein Stück durch den Park am Buschkrug und dann zur Fritz-Reuter-Allee. Hier gelangt ihr direkt in die Hufeisensiedlung. Die Siedlung ist eine architektonische Besonderheit der 20er und 30er Jahre und war eines der ersten Projekte des sozialen Wohnungsbaues. Seit 2008 gehört sie zum UNESCO-Welterbe Siedlungen der Berliner Moderne. Hier schlängelt ihr euch ein bisschen durch die kleinen Straßen.

Am Ende gelangt ihr in den Fennfuhlpark und direkt weiter zum Schloss Britz. Dieses wurde Mitte des 16. Jh. als Fachwerkhaus errichtet und Ende des 19. Jh. im Stil italienischer Renaissance umgebaut. Angrenzend ist ein schöner Schlosspark sowie der Gutshof Britz mit alten Fachwerkhäusern und einer kleinen Tierfarm.

Am südlichen Ende des Gutshofes geht es weiter in einen dicht bewachsenen Grünstreifen immer geradeaus zum U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee.

Abstecher-Tipp: Auf dem Hochspannungsweg kommt man direkt zum Britzer Garten. Sehr zu empfehlen!

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Tine

Ich bin Tine, gebürtig aus Berlin und ich liebe Fahrradfahren. Ich setze mich so oft es geht auf mein Fahrrad und fahre einfach los – irgendwohin, wo ich noch nicht war. Und das hier sind meine Radtouren. Mehr Infos über mich und den Blog gibt es hier

Ein Kommentar:

  1. Pingback: #19/15 | neukoellner.net | Berlin-Neukölln

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