Mit der Obdachlosen-Uni durch Lichtenberg

Nachdem ich vor ein paar Jahren ja schon als Teilnehmer auf meiner ersten geführten Radtour unterwegs war, war ich vergangenen Samstag auf ganz besonderer Mission mit dem Fahrrad unterwegs. Ich habe eine geführte Radtour durch Berlin Lichtenberg für die Obdachlosen-Uni durchgeführt.

Was ist die Obdachlosen-Uni?

Ich wurde von Maik Eimertenbrink kontaktiert, der die Obdachlosen-Uni ins Leben gerufen hat. Diese Uni der besonderen Art ist eine mobile Bildungseinrichtung von und für Obdachlose, Wohnungslose, Menschen mit Armutserfahrungen und deren Sympathisanten in Berlin. Nach einer Befragung unter Berliner Wohnungslosen wurde ein Kursprogramm entwickelt. Seither werden regelmäßig oder einmalig Kurse und Aktivitäten aller Art angeboten – von Malen, Yoga, über Englisch bis hin zum Kochkurs. Dozenten sind dabei meistens die Wohnungslosen selbst, die sich so gegenseitig unterstützen und Neues erlernen und erleben.

Die Vorbereitung

In der Wohnungslosen-Einrichtung in der Paul-Gesche-Straße haben mehrere Bewohner nach einer Fahrradtour gefragt. Daraufhin hat mich Maik kontaktiert und ich war sofort begeistert. Was für eine tolle Initiative. Die Motivation war da, fehlten nur noch die Fahrräder. Ich hatte in der Vergangenheit bereits Kontakt zu Berlin on Bike und habe sie kurzerhand einfach angeschrieben. Wenig später hatte ich auch schon die Zusage, dass sie uns freundlicherweise 5 Fahrräder kostenfrei zur Verfügung stellen. Das läuft ja wie am Schnürchen. Dann erstellte ich noch eine geeignete Radtour in komoot (nicht zu lang, nicht zu anstregend) und vergangenen Samstag fand nun die geführte Radtour durch Lichtenberg statt.

Die Radtour

Maik holte mein Fahrrad und mich am Samstag mit einem Transporter ab, wir fuhren zum Checkpoint Charlie, um seine Rikscha einzuladen, und weiter zur Kulturbrauerei, um die 5 Leihräder bei Berlin on Bike abzuholen. Es war Maßarbeit. Es hätte kein weiteres Fahrrad mehr reingepasst. Gute Planung, sage ich da mal 😛 Wir fuhren zusammen zur Wohnungslosen-Einrichtung in der Paul-Gesche-Straße. Mit Maik und mir sowie einer Sozialarbeiterin der Einrichtung waren wir 10 Leute, 3 brachten eigene Räder mit, 2 saßen bei Maik in der Rikscha. Ich gab eine kleine Einweisung und wir verteilten Wasser und Kekse. Und dann ging es auch schon los. Das Wetter war wunderbar.

Zunächst fuhren wir über die Lichtenberger Bücke (die erste Hürde für Maik und seine Rikscha) und dahinter direkt rechts in die Gudrunstraße. Auf dem Fußweg von der Brücke zur Straße kam dann schon das erste Hinderniss. Zwei Poller und ich hoffte, dass Maiks Rikscha dort durchpasst. Das tat sie dann auch. Ich hatte die Radtour natürlich nach fahrradfreundlichen Wegen zusammengestellt, aber auf Rikscha-Breite hatte ich nicht geachtet 🙂 Wir fuhren zur Gedenkstätte der Sozialisten. Viele waren hier noch nie, obwohl es ja nicht weit weg von der Einrichtung ist. Hier stieg auch Rainer zu, der ehemalige Berber und heutige Tausendsassa. Er dokumentierte die restliche Tour fotografisch aus der Rikscha für uns.

Weiter ging es über Rüdiger- und Kriemhildstraße zum Landschaftspark Herzberge. Ich wollte den Teilnehmern die zuckersüßen Schafe zeigen, die sich an diesem Tag aber einfach nicht zeigen wollten. Wir sind auch noch einen Schlenker über den hinteren Teil gefahren, konnten sie jedoch nicht finden. Aber auch so ist dieses Fleckchen Grün mitten in Lichtenberg immer eine Wonne. Vorbei am schönen Elisabeth Krankenhaus, wo sich Enrico als wahrer Kenner herausstellte. Er konnte von der Errichtung des Krankenhauses erzählen und der Zeit des Krieges. Wunderbar!

Über Bornitz- und Ruschestraße fuhren wir zum Stasimuseum. Dieses Gelände ist gigantisch. Wir waren nicht drin (ein Besuch ist empfehlenswert), quatschten aber noch ein wenig bevor wir die Rückfahrt zur Einrichtung antraten. Ich denke, es hat den Teilnehmern gut gefallen. Ich fand es auch super.

Hi, ich bin Tine und gebürtige Berlinerin. Ich liebe es mit dem Fahrrad meine geliebte Heimatstadt zu erkunden und berichte auf meinem Blog darüber. Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah.

Tine

Hi, ich bin Tine und gebürtige Berlinerin. Ich liebe es mit dem Fahrrad meine geliebte Heimatstadt zu erkunden und berichte auf meinem Blog darüber. Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah.

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