Spaziergang durch Rosenthal

Wer mit der M1 fährt, hat es sicher schon mal als Endhaltestelle gelesen. Rosenthal Nord. Was klingt wie ein idyllisches bayrisches Dorf ist tatsächlich in Berlin Pankow gelegen – aber nicht minder idyllisch. Ich sage euch, wie es dort ist und warum ihr dort unbedingt hinmüsst.

Ich bin ja ein Stadtkind – geboren und aufgewachsen in Berlin Mitte. Die Wochenenden im Sommer habe ich aber auf der Datsche meiner Eltern verbracht, die sich in Berlin Rosenthal befindet. Ich erinnere mich gern an Radtouren, den Eisladen an der Friedrich-Engels-Straße oder Baden im Ziegeleisee in Lübars. Bis heute fahre ich dort gerne hin, weil es einfach so unglaublich beschaulich dort ist und man diese Idylle mit der Tram erreichen kann.

Also setzt euch in die M1 und fahrt bis zur Friedrich-Engels-Straße (eine Station vor Rosenthal Nord). Man kommt hier aber auch toll mit dem Fahrrad hin. Ich liebe den Weg dorthin schon, wenn sich ab Pastor-Niemöller-Platz die Einfamilienhäuser aneinanderreihen. Spätestens ab Kastanienallee mit dem kleinen Nahversorgungszentrum glaubt aber niemand mehr in Berlin zu sein. Die Straße ist sehr holprig mit Kopfsteinpflaster und links und rechts stehen teilweise sehr alte Häuser.

Von der Tramhaltestelle Friedrich-Engels-Straße bin ich rechts in die Hauptstraße abgebogen. Auf der linken Seite reihen sich tolle alte Häuser aneinander und es geht geradewegs zum historischen Dorfkern Rosenthals mit Dorfkirche und Gemeindehaus. Zucker!

Hinter der Dorfkirche befindet sich noch eine alte Schmiede, die ab und an ihre Tore öffnet (z.B. beim alljährlichen Rosenthaler Herbst am 3. September Wochenende). Neben der Kirche befindet sich das Café „Zur alten Backstube“, wo man im Hof herrlich draußen sitzen kann und den selbstgebackenen Kuchen genießen kann. Ein Highlight in Rosenthal.

Ich ging weiter geradeaus. Trotz der ländlichen Idylle merkt man, dass sich etwas tut hier. Schaut man zwischen den Häusern durch, sieht man, dass in zweiter und dritter Reihe entlang der Hauptstraße neue Häuser entstanden sind.

Vorne um die Kurve links. Die Einfamilienhäuser hier sind noch relativ neu. Zu meiner Kindeheit in den 90ern war die gesamte rechte Seite eine Koppel mit Schafen und Pferden. Sehr schade, wie ich finde.

Vorne rechts auf die Mönchsmühler Straße. Kurz vor dem Friedhof auf der linken Seite steht seit ich denken kann ein altes verlassenes Haus. Schön, wenn sich nicht alles verändert hier. Ein Rundgang über den alten Dorf-Friedhof lohnt sich ebenfalls. Auf der rechten Seite entlang der Mauer stehen wirklich alte Gräber.

Hinter dem Friedhof bin ich links abgebogen und lief auf den ehemaligen Todesstreifen bzw. Berliner Mauerweg zu. Krass ist, dass dieses Stück früher komplett frei war. Heute stehen hier riesige Bäume und Büsche und spenden Schatten für den Mauerweg. Ich ging nach links. An der Quickborner Straße geht der Weg leicht rechts hinter den Schienen weiter. Auf diesen Schienen fährt übrigens ab und zu eine historische Eisenbahn.

Weiter geradeaus über den Wilhelmsruher Damm hinweg. Auf der rechten Seite stehen eine Reihe Hochhäuser, die ersten Ausläfer des Märkischen Viertels. Man merkt, dass man dann doch noch in Berlin ist. Hinter einem Sportplatz geht irgendwann rechts ein Weg ab mit einer Laterne davor und links führt ebenfalls ein Weg über die Schienen. Ich ging von hier Richtung Nordgrabden. Hier führt ein schöner Weg direkt am Graben entlang, der allerdings ziemlich weit unten fließt. Hier begrüßte mich ein wenig Kleingarten-Idylle mit schönen alten Datschen. Und dahinter die Hochhäuer – was für ein Kontrast.

An der Hauptstraße wieder nach links. In dem Kinder- und Jugendclub „Landhaus Rosenthal“ habe ich früher schon ganze Nachmittage verbracht. Schön, dass es diese Institution noch gibt. Am schönsten finde ich jedoch, dass sich die Dorfkneipe Dittmann’s bis heute gehalten hat. Hier habe ich früher schon Fassbrause mit meinem Papa nach einer Radtour getrunken. Es gibt gute deutsche Küche samt tollem Biergarten.

Gastro-Tipp: Dittmann’s, Hauptstr. 106, 13158 Berlin

Mit der M1 geht es dann hier wieder zurück in die Zivilisation.


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Tine

Ich bin Tine, gebürtig aus Berlin und ich liebe Fahrradfahren. Ich setze mich so oft es geht auf mein Fahrrad und fahre einfach los – irgendwohin, wo ich noch nicht war. Und das hier sind meine Radtouren. Mehr Infos über mich und den Blog gibt es hier

Ein Kommentar:

  1. Wir sind ganz in der Nähe und auch für Radfahrer. Familien schöne Zimmer und Ferienwohnung an viele Grüße Pension Hubertus es ist eine Schöne Gegend für einen Spaziergang ich bin oft dort

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