Radtour Berliner Mauerweg

Dies war meine zweite Radtour, entlang der Berliner Mauer. Der Start ist am S-Bhf Ostbahnhof. Über die Schillingbrücke geht es auf den Bethaniendamm, vorbei an der St.-Thomas-Kirche und dem Künstlerhaus Bethanien. Letzteres beherbergt wechselnde Ausstellungen und mit „3 Schwestern“ ein tolles Café mit Innenhof. In selbigem Innenhof befindet sich auch das Freiluftkino Kreuzberg – in toller Atmosphäre kann man hier Filme zumeist im Original sehen.

Radtour Berliner Mauer - St.-Thomas-Kirche

Es geht weiter zum Engelbecken, welches Teil des ehemaligen Luisen­städt­ischen Kanals war. Dieser hat von 1852 bis zum Bau der Mauer die Spree mit dem Landwehrkanal verbunden. Heute ist nur noch das Engelbecken mit Wasser befüllt, der Rest wurde seit der Wende zu Grünflächen und Parks umgebaut. Es lässt sich hier auch herrlich mit dem Fahrrad langfahren.

Die doppelte Kopfsteinpflasterreihe (siehe Bild oben) bietet eine gute Orientierung zur Weiterfahrt Richtung Heinrich-Heine-Straße. Hier an der Ecke Sebastianstraße erinnert heute eine Tafel an den ehemaligen „Übergang für Bundesbürger“.

Weiter entlang der Radweg-Beschilderung „Berliner Mauerweg“ geht es über die Sebastian-, Stallschreiber- und Kommandantenstraße zur Axel-Springer-Straße mit den gleichnamigen Verlagsgebäuden. Auf diesem Abschnitt sieht man die Veränderungen Berlins sehr deutlich. Altbauten stehen neben neu gebauten, modernen Wohnpalästen – die Mietpreise möchte man hier wohl lieber nicht wissen.

Hier dann gleich die nächste rechts in die Zimmerstraße, Richtung „Übergang Friedrichstraße für Ausländer“ – besser bekannt als Checkpoint Charlie, der wohl berühmteste Grenzübergang. Dementsprechend viele Menschen sind hier immer anzutreffen. Souvenierläden, Cafés, Grenzhäuschen, Mauermuseum – alles, was das Touristenherz höher schlagen lässt ;-)

Radtour Berliner Mauerweg - Checkpoint Charlie

Weiter geradeaus kommt ihr an der Topographie des Terrors samt Mauerresten sowie am Martin-Gropius-Bau vorbei. Letzteres ist eines meiner Lieblingsmuseen von Berlin mit wechselnden internationalen Ausstellungen (2014 u.a. David Bowie und Ai Weiwei).

Über die Stresemannstraße gelangt ihr zum Postdamer Platz – das moderne Berlin. Als Berliner kann man sich an das Bild der Hochhäuser irgendwie nicht so recht gewöhnen. Ich bin da auch irgendwie nie, aber gesehen haben sollte man es wohl mal.

Weiter geradeaus befindet sich auf der rechten Seite (Ecke Hannah-Ahrendt-Str.) das Holocaust-Mahnmal des jüdischen Architekten Peter Eisenman. Man kann davon halten, was man möchte. Ich für meinen Teil war schon mehrmals „drin“. Und wenn man dann dort in der Mitte auf leicht abschüssigen Untergrund steht, das Sonnenlicht durch die hohen Stelen nur teilweise durchkommt, man den Ausgang nicht mehr richtig sehen kann und es irgendwie kälter zu sein scheint als noch eben „draußen“, denke ich, dass genau diese beklemmende Wirkung erzielt werden sollte. Schließt euer Fahrrad an und geht zu Fuß durch, ihr werdet sehen, was ich meine…

Ein Stück die Straße runter befindet sich das Brandenburger Tor. Das wohl berühmteste Symbol der Wiedervereinigung. Die Bilder der Menschen auf der Berliner Mauer mit dem Brandenburger Tor in der Nacht vom 9. November gingen um die Welt. Auch heute ist das Tor mit dem Pariser Platz davor echt schön – auch wenn mir als Berliner dort immer eindeutig zu viele Touristen sind :-)

Daher lieber schnell weiter vorbei am Reichstag, über die Kronprinzenbrücke zum Kapelle-Ufer entlang der Spree. Von der Brücke aus hat man einen herrlichen Blick auf den Hauptbahnhof, im Sommer bietet sich hier häufig ein traumhafter Sonnenuntergang. Die nächste rechts zum Alexanderufer, vorbei an den Universitätsgebäuden der Charité.

Radtour Berliner Mauerweg - Uferpromenade

Über die In­va­liden­straße hinweg bietet sich ein kleiner Weg entlang des Schiff­fahrts­kanals für Fußgänger und Radfahrer, von dessen Existenz ich bis dato überhaupt nichts wusste. Ein gut ausgebauter Weg, der durch den Invalidenfriedhof führt. Hier absteigen, bitte! Dieser wurde 1748 eingeweiht und beherbergte einst 3.000 Gräber. Die DDR Regierung wollte hier die Distanz zu Preußen demonstrieren und ließ nach 1945 zunächst Gräber räumen und das Gelände später durch die Mauer teilen. Nach der Wende wurden einige Gräber und Grabplatten erneuert, einige Tafeln erzählen von der Geschichte des Friedhofes.

Weiter geradeaus, mit einem kleinen Schlenker über die Boyenstraße geht es zur Liesenstraße. Hier befindet sich der Französische Friedhof. Am Ende, 20m vom Grenzstreifen entfernt, liegt Theodor Fontane begraben. Seine Grabstätte wäre durch den Bau der Berliner Mauer beinahe zerstört worden.

Unter der S-Bahn-Brücke durch, dann rechts in die Gartenstraße. Auf der linken Seite tut sich mit der St.-Sebastian-Kirche ein wahrer Augenschmaus der Kirchenarchitektur auf. Mein Herz schlug gleich höher und ich musste sofort anhalten…

Weiter geradeaus und an der Bernauer Straße nach links. Hier befindet sich die open air Gedenkstätte der Berliner Mauer. Hier lohnt es sich vom Fahrrad abzusteigen und den Weg bis zur Brunnenstraße zu laufen. Es gibt einiges zu sehen.

Es geht weiter die Bernauer Straße entlang bis zur Schwedter Straße. Hier biegt ihr links in den Mauerpark. Die Sonntags Karaoke im Mauerpark von Joe Hatchiban ist eine Berliner Institution geworden. Zwar kein Geheimtipp mehr, aber dennoch ein Erlebnis, wenn sich hier jeden Sonntag mehr als 1000 Menschen sich zum Karaoke einfinden. Daneben treffen sich Berliner und Touristen gleichermaßen zum Flohmarkt, grillen oder Fußball spielen hier. Eine Pause zum Leute beobachten lohnt sich :-)

Ab da geht es eigentlich fast nur noch geradeaus, über die Behmbrücke und später mit einem kleinen Schlenker an der Grüntaler Straße zum S-Bhf Wollankstraße. Von hier kann man mit der S-Bahn oder eben mit dem Fahrrad wieder zurück…

Diese Tour stammt aus:
Bikeline Rund um Berlin: Die schönsten Radtouren in und um Berlin. Tolle Touren mit Beschreibung und Karten. Wasser- und reißfeste Seiten. Bikeline Rund um Berlin

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Keine Lust alleine zu radeln?

Tine

Ich bin Tine, gebürtig aus Berlin und ich liebe Fahrradfahren. Ich setze mich so oft es geht auf mein Fahrrad und fahre einfach los – irgendwohin, wo ich noch nicht war. Und das hier sind meine Radtouren. Mehr Infos über mich und den Blog gibt es hier

2 Kommentare:

  1. Hallo Tine,

    Das hört sich wirklich nach einer schönen Strecke an. Genau das richtige für eine gemütliche Radtour am Sonntag. Du hast die Tour so schön beschrieben, dass ich die unbedingt mal fahren muss.

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