Radtour und Baden am Straussee

Ich liebe den Sommer in Berlin. An lauen Sommernächten mit dem Fahrrad durch die Stadt zu radeln, kommt meiner Vorstellung von Glück schon sehr nahe. An einem Wochenende Anfang Juli waren 38° vorausgesagt. Meine Herren. Das hatten wir lange nicht mehr.

Also nichts wie raus an den See. Ich wollte zu einer Freundin zum Straussee in Strausberg, die dort das Wochenende bei ihren Eltern verbrachte. Da zuvor auf der Strecke ein Zug entgleist ist, blieb genau eine Anreise-Option: Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) von Lichtenberg. Diese Idee hatten so einige Ausflügler. Dementsprechend war es sehr voll. Ich fahre ja so selten Bahn und das sind dann immer die Momente, bei denen ich mein Fahrrad noch mehr liebe. Naja, ich war drin und hatte sogar einen Sitzplatz.

Und als dann „Nächste Station: Strausberg“ ertönt, sind die nervigen Wortwechsel im verstopften Fahrradabteil des Regionalzugs und der Ärger über die S-Bahn wie verflogen. Entspannte Stunden liegen nun vor mir. Herrlich.

Die Fahrt dauerte nur 20 Minuten. Sehr cool. Viele stiegen dann auch in Strausberg aus, sodass ich die vollkommen überfüllte Bahn auch tatsächlich verlassen konnte ;-)

Vom Bahnhofsvorplatz geht es geradeaus Richtung Straßenbahn. Hier schlängelt sich ein Fußgängerweg direkt an den Gleisen entlang. Dem sind wir nach rechts gefolgt. Hier geht es durch Einfamilienhaus-Siedlungen, die scheinbar aus der Zeit gefallen sind. Bei den Temperaturen war auch keine Menschenseele auf den Straßen. Wie wunderbar.

Die Gustav-Kurtze-Straße geht es immer geradeaus. Am Ende an der Garzauer Straße dann schräg gegenüber in einen Feldweg rein. Am Ende gelangt man auf die Berliner Straße, die uns geradewegs nach Downtown Strausberg brachte :-)

Hinter der Tankstelle links und dann gleich wieder rechts auf die Strausseepromenade. Der Name ist Programm. Ab hier kann man nämlich ganz wunderbar direkt am Straussee entlang fahren.

Das tolle am Straussee ist, dass es mehrere freie Zugänge zum Baden gibt. Es gibt auch eine offizielle Badestelle, aber die ist häufig sehr voll. Entlang der Strausseepromenade gibt es immer mal wieder kleinere Stellen am Ufer, die auch Platz für Decken bieten. Und Dank der Bäume am Ufer ist es auch schön schattig.

Als wir dort entlang fuhren, waren die ersten Stellen aber natürlich schon belegt. Wir fuhren weiter – irgendwo sollte doch noch ein Plätzchen für uns kommen.

Wir fuhren weiter, vorbei an der Kindergeschrei-Durchfluteten Badestelle. Am Viktoria-Plateau hat man einen tollen Ausblick auf den See sowie die Reste der alten Stadtmauer. Hier haben wir erstmal ein Päuschen gemacht und die Aussicht genossen.

Über den Fußgängerweg bei der Sparkasse ging es auf die August-Bebel-Straße. Hier dann gleich links in die bezaubernde Georg-Kurtze-Straße (schon wieder dieser Nachname – Wer waren die denn?). Hier stehen ganz zauberhafte restaurierte Häuser – sowieso ist Strausberg wirklich schön und wirklich mal einen Sonntagsausflug wert.

In der Predigerstraße haben wir kurz die St.-Marien-Kirche bewundert, dann ging es weiter zum Markt. Klein, aber sehr süß. Ein altes Kino (leider nicht mehr im Betrieb) hat mich sehr verzückt. Hinter dem Rathaus sind wir dann noch ans Ufer gefahren und haben auch hier wieder die Aussicht genossen. Da es hier aber nicht mehr weiter am Ufer entlang ging, sind wir umgekehrt und die Klosterstraße entlang geradelt.

Über die Wriezener Straße (Wriezen das kenne ich doch!), dann links in die Badstraße. Geradezu gab es eine größere Liegewiese mit Badestelle. Die war schon sehr voll. Ich fragte meine Freundin, ob wir uns noch dazulegen wollten oder weiterschauen wollen. Da kam ein junger Mann auf uns zu und empfahl uns noch weiter zu fahren. Es würden noch weitere Badestellen kommen. Gesagt, getan. Und er hatte Recht.

Hinter den letzten parkenden Autos ging der Weg nur für Fußgänger weiter und wir fanden eine relativ große Liegewiese mit Sonnen- und Schattenplätzen und noch einigen freien Stellen. Paradiesisch. Kinder buddeln im Sand, Oma und Opa entspannen sich auf ihren mitgebrachten Klappstühlen und die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel.

Wir haben unsere Decke ausgebreitet, die Klamotten abgeschmissen und sind ins Wasser gegangen. Das war aber auch höchste Eisenbahn. Die 38° lassen mich dann doch nicht kalt. Das Wasser war angenehm frisch und sehr klar.


Hach die Welt war in Ordnung. Seewasser auf der Haut, Kekse zum Knabbern und der Geruch nach Sonnencreme. Herrlich. Hier haben wir es uns dann gut gehen lassen. Verpflegung sollte mitgebracht werden, hier gibt es keinen Kiosk oder ähnliches.

Zurück sind wir dann durch das Zentrum von Strausberg. Wirklich entzückend. Meine Freundin wollte mir noch ihre alte Heimat zeigen. Von daher sind wir dann noch Richtung Rehfelde gefahren. Der Weg war ganz wunderbar. Diesen Schlenker kann ich nur empfehlen. Die EInfamilienhaus-Siedlungen haben noch ein wenig DDR-Charme, was ich sehr mag.

Zurück ging es dann wieder mit dem NEB von Rehfelde aus. Was für ein schöner Sommertag.

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Tine

Ich bin Tine, gebürtig aus Berlin und ich liebe Fahrradfahren. Ich setze mich so oft es geht auf mein Fahrrad und fahre einfach los – irgendwohin, wo ich noch nicht war. Und das hier sind meine Radtouren. Mehr Infos über mich und den Blog gibt es hier

Ein Kommentar:

  1. Pingback:Spaziergang um den Straussee | Kreative Strukturen

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