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Berlin hat viele bekannte Radwege: den Mauerweg, den Europaradweg R1 oder den Radweg entlang der Spree. Weniger bekannt ist dagegen der Barnimer Dörferweg, einer der 20 Grünen Hauptwege Berlins. Auf rund 31 Kilometern verbindet er die historischen Dörfer im Nordosten der Stadt und führt dabei durch erstaunlich viel Natur.

Ich bin den östlichen Abschnitt von Lübars bis Ahrensfelde gefahren – eine abwechslungsreiche Tour, die zeigt, dass Berlin weit mehr ist als Großstadt. Ich wollte ganz cool sein und mal ohne Komoot radeln. Schließlich sind die Grünen Hauptwege ja ausgeschildert. Nun sagen wir mal, das hat so mäßig geklappt. Ich hab mich ein paar Mal verfahren. Upsi. Bin wohl doch nicht so cool. Haha. Teilweise sind die Weganzeiger aber auch sehr klein.

Hinweis: Die Grünen Hauptwege sind eigentlich für Fußgänger angelegt. Wenn ihr diese mit dem Fahrrad abradelt, achtet auf Fußgänger und gebt Vorrang. Ferner sind die Wege auf dieser Tour oft auch Weld- und Wanderwege mit Sand und Kies. Dafür ist es aber wunderbar grün.

Die Beschriftung der Grünen Hauptwege ist gut, aber nicht lückenlos

Start im alten Dorf Lübars

Los geht es in Lübars, dem nördlichsten Ortsteil Berlins. Wer mich kennt, weiß: Ich liebe Lübars. Und das nicht nur wegen der stadtbekannten Eisdiele Angelina 😉 Rund um den historischen Dorfkern erinnert noch vieles an eine Zeit, als hier Landwirtschaft den Alltag bestimmte. Es gibt noch immer viele Pferdehöfe. Dementsprechend riecht es auch. Alte Bauernhäuser, die Dorfkirche und die weitläufigen Wiesen des Lübarser Landschaftsparks sorgen für einen entspannten Einstieg in diese grüne Tour. Schon nach wenigen Minuten ist vom Großstadtverkehr kaum noch etwas zu hören.

Man radelt durch den alten Dorfkern, vorbei an der Dorfkirche und dem alten Schulhaus. Am Ende rechts und in der Kurve links auf den Feldweg wechseln.

Durch die Felder des Berliner Nordens

Der Barnimer Dörferweg führt immer wieder über Feldwege, Wirtschaftswege und ruhige Straßen. Gerade dieser Wechsel macht die Strecke so reizvoll. Immer wieder öffnen sich weite Blicke über Felder und Wiesen, bevor der Weg wieder durch kleine Siedlungen oder grüne Parks führt. Es ist grandios. An vielen Stellen vergisst man fast, dass man sich noch innerhalb der Berliner Stadtgrenze befindet.

Es geht erstmal geradeaus und über den Berliner Mauerweg hinweg. Ein Stück dahinter zeigt ein Schild den Weg zum NSG „Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ“. Hier unbedingt einen Abstecher machen. Ich fahre immer dorthin, wenn ich in der Nähe bin. Der Ausblick von oben auf den Köppchensee ist einfach grandios.

Historische Dorfkerne entdecken

Der Name des Weges kommt nicht von ungefähr. Entlang der Strecke passiert man mehrere der ehemaligen Angerdörfer, aus denen Berlin im Laufe der Jahrhunderte gewachsen ist. Viele besitzen noch heute ihre alten Dorfkirchen, Gutshäuser oder historische Bauernhöfe. Wer sich Zeit nimmt, sollte ruhig einmal von der eigentlichen Route abweichen und durch die kleinen Ortskerne schlendern. Oft entdeckt man dabei liebevoll restaurierte Gebäude oder kleine Cafés. Die Tour an sich führt meist „nur“ an den Dörfern vorbei. Ein Abstecher ist aber empfehlenswert.

Weiter gerade aus, dann rechts schwenken zur Schildower Straße. Dort rechts abbiegen. Hier habe ich den Abzweig wieder verpasst und musste zurück radeln. Es geht in ein kleines Waldstück hinein. Hier kann man gut den Schildern folgen. Es geht kreuz und quer über Felder und vorbei an kleinen Siedlungen.

Natur zwischen den Ortsteilen

Ein großer Teil der Strecke verläuft durch Grünanlagen, Landschaftsschutzgebiete und entlang kleiner Gewässer. Besonders angenehm ist, dass man nur selten auf stark befahrene Straßen trifft. Stattdessen dominieren Rad- und Fußwege sowie verkehrsarme Nebenstraßen. Je weiter man Richtung Osten fährt, desto ländlicher wirkt die Umgebung. Die Übergänge zwischen Berlin und Brandenburg verschwimmen zunehmend.

Irgendwan kommt man auf der Schönerlinder Straße heraus. Dort rechts abbiegen und hinterm Bauhaus links schwenken auf die Bucher Straße. Hier geht es ein ganzes Stück geradeaus und hinter der Brücke rechts abbiegen auf die Pankgrafenstraße. Ein Stück später links schwenken. Hier macht der Grüne Hauptweg dann seinem Namen alle Ehre. Es geht geradewegs durch ein Wildtiergehege. Zwischen den Bäumen habe ich zuckersüße Hochlandrinder gesehen. Ich bin hier natürlich vom Fahrrad abgestigen. Der Weg geht immer gerade aus durch das NSG Karower Teiche. Später fährt man nochmal durch ein Wildtiergehege. Hier habe ich aber keine Tiere gesehen. Immer geradeaus auf dem Schönerlinder Weg, später rechts auf die Strömannstraße.

Am Ende der Siedlung links abbiegen. Man kommt auf einem Feld raus. Hier links schwenken. Dem Weg folgen. Weiter kreuz und quer zur Siedlung Wartenberg. Am Ende der Siedlung wieder links abbiegen, am Ende nochmal links. Dem Weg immer weiter geradeaus folgen bis nach Ahrensfelde. Das Beste: Hier wartet die Gelateria Monte Falco auf euch mit köstlichem Eis.

Einkehrhinweis: Entlang der Route direkt gibt es keine Einkehrmöglichkeiten. Man kann aber überall toll picknicken oder in die jeweiligen Dorfkerne radeln.

Ankunft in Ahrensfelde

Der Barnimer Dörferweg endet schließlich an der Berliner Stadtgrenze in Ahrensfelde. Hier merkt man kaum noch, wo Berlin aufhört und Brandenburg beginnt. Von hier kann man bequem mit der S-Bahn zurückfahren.

Mein Fazit

Der Barnimer Dörferweg gehört für mich zu den unterschätzten Radwegen Berlins. Er verbindet Geschichte, Natur und ländliche Idylle auf eine Weise, die man in der Hauptstadt kaum erwarten würde.

Besonders gefallen hat mir die Mischung aus historischen Dorfkernen, weiten Landschaften und den ruhigen Wegen abseits der großen Straßen. Wer Berlin einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen möchte, sollte den Barnimer Dörferweg unbedingt auf seine Tourenliste setzen.

Gerade für alle, die bereits den Berliner Mauerweg oder den Berlin-Usedom-Radweg kennen, ist der Barnimer Dörferweg eine spannende Alternative – entschleunigt, abwechslungsreich und voller kleiner Entdeckungen.

Wer noch mehr Dorf-Idylle im Norden sucht, dem sei meine Radtour über die Dörfer im Norden Berlins ans Herz gelegt.

Route

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