Radtour durch Tiergarten

Als Teil meiner 21 in 21 Aufgabe habe ich neulich Berlin Tiergarten abgeradelt. Den meisten ist der Bezirk durch den gleichnamigen Park bekannt. In dem Bezirk, der heute zu Mitte gehört, gibt es aber noch einiges mehr zu sehen.

Aufgrund der Kürze der Tour eignet sich diese auch ideal zum Feierabend oder mit Kindern.

Der Start ist am Brandenburger Tor. Als Berliner ist man hier irgendwie viel zu selten. Klar die Tourimassen können unerträglich sein, jedoch ist das Ensemble mit dem Pariser Platz wirklich schön und das Brandenburger Tor architektonisch wirklich schön.

Dahinter geht es links auf die Ebertstraße zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Holocaust Mahnmal). Darüber habe ich bei meiner Radtour entlang der Berliner Mauer bereits kurz berichtet. Auch diesmal bin ich vom Rad gestiegen und bin „rein“ gegangen. Ich kann nur jedem raten, dies auch mal zu tun. Gegenüber befindet sich noch das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Homosexuellen.

Weiter geht es auf der Eberstraße Richtung Potsdamer Platz. Mit diesem Quartier kann ich irgendwie so gar nichts anfangen. Es passt irgendwie nicht nach Berlin und ich persönlich bin hier nie. Die Gebäude sind gesichtslos und uncharmant. Naja, wem’s gefällt.

Über das Reichpietchufer geht es für einen Schlenker ins Kulturforum. Architektonisch schon irgendwie ein Sammelsurium und ein doch eher eigenartiges Gelände. Es beherbergt jedoch einige tolle Museen, die eine Besichtigung wert sind.

Über die Sigismundstraße in die Stauffenbergstraße. Der Name der Straße ist Programm. Hier befindet sich die Gedenkstätte Deutscher Widerstand – auch hier war ich noch nie. Der Gebäudekomplex wird auch Bendlerblock genannt, in dem sich während der Zeit des Nationalsozialismus das Allgemeine Heeresamt befand. Hier befand sich auch das Zentrum der Widerstandsgruppe des Attentats an Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 um Ludwig Beck und Claus Schenk Graf von Stauffenberg. An die Widerstandskämpfer erinnert die Dauerausstellung Gedenkstätte Deutscher Widerstand sowie im Innenhof das Ehrenmal für die dort hingerichteten Offiziere. Zu meiner Verwunderung war der Eintritt gratis, ein Abstecher lohnt sich. Es war sehr interessant.

Weiter entlang des Reichpietchufers. Hier lässt es sich Dank Radweg prima fahren. An der Zentrale der CDU geht es nach links auf den Lützowplatz, dann rechts in die Wichmannstraße. Hier ist es tatsächlich sehr wohngebietig und das so nah am Kurfürstendamm. Herrlich. Immer geradeaus bis zur Budapester Straße und vorbei am Elefantentor des Zoo Berlin.

Weiter geradeaus, vorbei am 25 Hours Hotel (ihr müsst unbedingt mal im Neni in der obersten Etage essen gehen!) zum Bahnhof Zoo. Davor rechts rein über den Parkplatz bis zum Ende. Hier führt ein Fußgängerweg rechts von den Bahntrassen hinein. Schön ist, dass man auf diesem Weg teilweise in die Gehege reinschauen kann <3 Kurz vor der Brücke über dem Landwehrkanal befindet sich links der Schleusenkrg. Ein kleiner süßer Biergarten direkt an der Spree. Ideal für eine kleine Pause von der Fahrradtour. Danach geht es Kreuz und Quer durch den Tiergarten. Beginnend mit dem Freilicht-Gaslaternen-Museum mit allerhand historischen Gaslaternen, zum Café am Neuen See (toller Biergarten mit Bootsverleih), zum Faulen See (sehr ursprünglich), zum Englischen Garten (sehr verrückt mit englischem Teehaus und schön angelegten Blumenrabatten), vorbei bei Herrn Gauck und dem Großen Stern, zum schönen Garten auf der Luiseninsel und zum Ziel – dem Haus der Kulturen der Welt. Das war der Schnelldurchlauf.

Ich liebe den Tiergarten. Man kann sich hier so wunderbar treiben lassen und es ist so groß, dass man auch häufig seine Ruhe hat. Und auch hier zeigt sich mal wieder, dass Berlin so unheimlich grün ist. Ich liebe es!

Mein Highlight war der Aufstieg auf die Siegessäule. Da oben war ich seit Kindheitstagen nicht mehr. Der Ausblick ist einmalig, man sieht natürlich viel grün, bei schönem Wetter kann man aber die umliegenden Gegenden wie den Potsdamer Platz, den Kudamm oder das Brandenburger Tor sehen. Bei meiner Besichtigung konnte ich bis zum Teufelsberg gucken. Sehr cool. Ein Aufstieg lohnt sich und die 3€ Eintritt sind auch erträglich.

Übrigens war der Name Tiergarten wirklich mal Programm. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in der Nähe des Stadtschlosses ein Tiergarten angelegt. Auf dem umzäunten Gelände wurden Wildtiere ausgesetzt und die Kurfürsten von Brandenburg gingen hier auf Jagd. Mehr dazu hier.

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Tine

Ich bin Tine, gebürtig aus Berlin und ich liebe Fahrradfahren. Ich setze mich so oft es geht auf mein Fahrrad und fahre einfach los – irgendwohin, wo ich noch nicht war. Und das hier sind meine Radtouren. Mehr Infos über mich und den Blog gibt es hier

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