Radtour durch Spandau

Für meine 21 in 21 Challenge habe ich ja schon einige Radtouren hinter mir. Vorwiegend aber dann doch im Umkreis meines Kiezes. Mit meiner Radtour durch Spandau habe ich mich dann erstmals ganz in den Westen vorgetastet. Ich war schon mehrfach in der Altstadt Spandau, auch auf Eiswerder und in der Zitadelle. Ich wollte mich aber mal ein wenig mehr in diesem großen Bezirk umsehen.

Los ging es am S-Bahnhof Spandau. Ein Blick auf die Karte in komoot zeigte, dass es doch sehr grün in Spandau ist. Es gibt viele Parks, Plätze und Gärten. Daher führte der erste Weg über den Müsingerpark zum Spekte-Grünzug. In Mitten von flachen Mehrfamilienhäusern gibt es hier einen wunderbaren Fahrradweg und viel Grün. Ein Hase lümmelte sogar auf der Wiese. Herrlich.

Wieder zurück fuhr ich dann erstmal in die Altstadt Spandau. Hier ist es schon sehr beschaulich. Es stehen hier noch viele schöne alte Häuser samt der obligatorischen Dorfkirche. Jedoch ist die Atmosphäre einer Altstadt hier komplett verloren gegangen. Dönerbuden und Billigläden aller Art geben sich hier in den wunderschönen Fachwerkhäusern die Klinke in die Hand. Dazu das entsprechende Publikum. Das ist wirklich irgendwie grotesk. Daher habe ich mich hier nicht lang aufgehalten.

Radtour Spandau

Ich fuhr zur Zitadelle. Diese Festung ist wirklich einmalig und einen Besuch wert. Schön auch zu Weihnachten oder bei den diversen Märkten oder Mittelalterveranstaltungen.

Radtour Spandau

Wieder zurück über die Juliusturmbrücke fuhr ich rechts zum Kolk. Hier stehen noch so traumhafte alte Häuser, dass man schwer glauben kann, hier in Berlin zu sein. Wirklich bezaubernd. Zusammen mit dem Kopfsteinpflaster ist man hier in einer anderen Welt.

Weiter ging es über die kleine Brücke am Mühlengraben. Gastro-Tipp: Brauhaus Spandau, Neuendorfer Str. 1, 13585 Berlin.

Hier kann man bis zur Eiswerderbrücke wunderbar am Wasser entlang fahren. Wenn man Glück hat – so wie ich – sorgt der Dampfer Moby Dick noch für ein kitschiges Fotomotiv.

Über die Brücke geht es auf die Insel Eiswerder. Diese beherbergte bedeutende Rüstungsfabriken im 19 Jh. Heute werden die meisten Fabrikgebäude für Gewerbe oder Wohnen genutzt. Und doch versprüht diese Insel eine gewisse Melancholie.

Wieder runter von der Insel ging es links am Wasser entlang. Rechts stehen noch leer stehende Fabrikgebäude, links die schöne Havel. An dem Blick aufs Wasser konnte ich mich auf dieser Radtour nicht satt sehen. Das herrliche Wetter half da ungemein ;-)

Zurück über die Spandauer See-Brücke. Hier unbedingt einen Schlenker nach links machen. An der Havelspitze hat man einen so schönen Ausblick.

Radtour Spandau

Hier habe ich mich dann einmal verfahren. Es sollte aber eigentlich links lang gehen durch den Maselakepark. Dann weiter über die Streitstraße und dann gleich rechts in einen sehr idyllischen Kiez. Am Wansdorfer Steig musste ich eine Runde drehen. Die Häuser waren zu schön.

Über den Wansdorfer Platz und die Schwendystraße dann auf einen Fußweg. Hier kommen dann auch schon beschauliche Einfamilienhaus-Siedlungen. Man merkt, dass man dann doch schon sehr weit draußen ist. Auf der Schönwalder Allee stehen dann auch schon zahlreiche Villen.

Hinter der Cautiusstraße bin ich dann links in den Wald reingefahren. Immer entlang der Kuhlake (was für ein Name). Hier ist man dann wirklich JWD, aber es ist traumhaft. An diesem schönen Herbsttag schien die Sonne so schön durch die Bäume und der Duft nach Wald ist für mich als Stadtkind ja immer wie Urlaub.

Radtour Spandau

Nach einem Schlenker über die Schönwalder Allee geht es wieder links in den Spandauer Forst. Hier befinden sich gleich vorne Wildtiergehege, zu erst Wildschweine, später Rothirsche. Der Weg ist hier doch sehr ursprünglich. Man fährt über Stock und Stein. Unplattbar Reifen und eine gewisse Kondition braucht man hier schon. Aber es lohnt sich. Die Strecke ist wirklich schön – vor allem wenn die ganzen Wildtiergehege-Ausflüger weg sind :-)

Ein Stück auf dem Berliner Mauerweg (nicht das letzte Mal auf dieser Tour) und die Einfamilienhaus-Siedlungen von Falkenhagen.

Über die Spandauer Allee fuhr ich dann zur Gedenkstätte KZ Außenlager Sachsenhausen. Mir war gar nicht mehr bewusst, dass ich meine Radtour hier entlang plante und mein Hals schnürte sich etwas zu. Man sieht hier größtenteils nur noch die Fundamente, eine Baracke steht noch. Das Areal ist Gedenkstätte und Park zu gleich. Ich stieg aus Anstand vom Fahrrad ab, während andere mit Hunden oder Nordic-Walking-Stöcken hier entlang liefen. Es war ein wenig surreal und ich war froh als ich wieder draußen war. Solche Orte der Erinnerung sind wichtig und jeder sollte sich ab und an diesen Momenten stellen.

Dann ging es wieder ein Stück auf dem Berliner Mauerweg entlang. Es war der 3. Oktober. Und es war wunderbar hier entlang zu fahren. Dann rechts auf die Felgenlake. Hier war es wieder wunderbar grün und ruhig.

Radtour Spandau

Ein Stück weiter fuhr ich dann geradewegs in die Gartenstadt Staaken. Ich wusste nicht, was mich erwartet und traf hier sogleich auf das Highlight meiner Radtour. Dieses ganze Wohnviertel ist so wunderschön und noch Original aus den 20ern. Keine gentrifizierten, modernisierten Gebäude. Plätze, Straßen und Häuser sind aus einer anderen Zeit gefallen. Toll. Ich war sofort verliebt. Solche kleinen Schätze entdeckt man eben dann doch nur, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Gastro-Tipp: Heidekrug, Am Heideberg 14, 13591 Berlin.

Ich fuhr weiter durch die Siedlungen zum Fort Hahneberg, der wohl letzte Festungsneubau in Deutschland. Dieses Fort wurde quasi in den Hahneberg gebaut und ist von außen kaum zu erkennen. Es sollte als eines von 4 Forts als Schutz für die Festung Spandau dienen. Besichtigen kann man dieses nur im Rahmen einer Führung.

Ich fuhr zurück am Hahneberg entlang. Hier weideten Ziegen und Kühe, im Hintergrund ragten Spandauer Hochhäuser in den Himmel. Ich liebe derartige Gegensätze. Das gibt es wohl nur in Berlin. Hier stehen dann auch wieder kleine bezaubernde Datschen.

Über die Jaszostraße fuhr ich dann zur Scharfen Lanke. Hier zeigt sich Spandau dann wieder von seiner Wasserseite. Segelboot reiht sich an Segelboot und Segelclub an Segelclub. Man kann hier den Blick schön schweifen lassen.

Weiter ging es über die Wilhelmstadt und den Südpark Richtung Bullengraben. Hier ist es dann schon wieder fast dörflich. Kleingartenkolonien reihen sich aneinander, es ist sehr grün. Ein schöner Abschluss bevor es dann wieder Richtung Bahnhof ging.

Abschließend kann man sagen, dass sich Spandau erst fernab der Altstadt von seiner schönsten Seite zeigt. Es gibt tolle Wohnviertel, viel Natur sowie Seen und Flüsse soweit das Auge reicht. Toll!

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Keine Lust alleine zu radeln?

Tine

Ich bin Tine, gebürtig aus Berlin und ich liebe Fahrradfahren. Ich setze mich so oft es geht auf mein Fahrrad und fahre einfach los – irgendwohin, wo ich noch nicht war. Und das hier sind meine Radtouren. Mehr Infos über mich und den Blog gibt es hier

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