Radtour durch Kreuzberg

An einem schönen Frühlingstag habe ich mich aufgemacht zu einer Radtour durch Kreuzberg. Dieser Bezirk zwischen Spree, Neukölln und Mitte bietet weit mehr als Landwehrkanal und Bergmannstraße.

Los ging es am Mariannenplatz (hier ist übrigens jeden letzten Freitag im Montag der Treffpunkt zur Critical Mass). Hier befindet sich auch das schöne Künstlerhaus Bethanien. Dies wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als “Central-Diakonissenanstalt und Krankenhaus Bethanien” errichtet und entwickelte sich seit Mitte der 70er Jahre zu einem international renommierten Projektraum und Präsentationsort für zeitgenössische Kunst. Im Sommer gibt’s im Innenhof das Freiluftkino Kreuzberg und der kleine feine Biergarten „3 Schwestern“ ist unbedingt einen Besuch wert.

Am Heinrichplaz dann rechts. Auf der Oranienstraße befinden sich noch einige schöne Hinterhöfe, für die es sich lohnt mal links und rechts vom Weg abzukommen. Hinter dem Oranienplatz mit dem schönen Luisenstädtischen Kanal befindet sich bei der Hausnummer 46 das mit nur 48 qm² kleinste Haus von Kreuzberg. Dieses einzigartige Gebäude wurde Anfang der 90er Jahre behutsam modernisiert und ist weitest gehend im Urzustand erhalten.

Auf der linken Seite beim Moritzplatz befinden sich die Prinzessinengärten. Hier unbedingt Fahrrad abstellen (anschließen nicht vergessen!) und den Gärten einen Besuch abstatten (täglich ab 10 Uhr geöffnet). Die Prinzessinnengärten sind ein urbaner Nutzgarten. Auf einer seit Jahrzehnten brachliegenden Fläche wird hier mitten in Berlin Gemüse angebaut. Im Gartencafé und in der Gartenküche gibt es kulinarische Köstlichkeiten.

Weiter entlang der Oranienstraße befindet sich links die Evangelische Jacobikirche mit einem schönen Kirchhof. An der Alten Jakobstraße dann links. Dies ist eine meiner Lieblingsstraßen fürs Fahrradfahren. Es ist meist angenehm leer und man kommt ampelfrei ein ganzes Stück von Mitte nach Kreuzberg. Im Café Dix in der Berlinischen Galerie kann man im Sommer bei einem Cappuccino herrlich draußen sitzen.

Über einen kleinen Fußweg kommt man am Jüdischen Museum vorbei (wer noch nicht drin war, unbedingt hingehen!) und über einen Schlenker geht es zum Mehringplatz. Hier beginnt (oder endet?) übrigens die Friedrichstraße. Die hiesige Rondell-Architektur ist schon besonders.

Auf der Stresemannstraße geht es zum Potsdamer Platz. Gastro-Tipp: Gegenüber vom Anhalter Bahnhof befindet sich (neben Lidl) das kleine Maracay Café mit köstlichem Café und kleinen Snacks.

Der Potsdamer Platz bildet die äußerste Spitze von Kreuzberg. Da es hier ein Graus ist, Fahrrad zu fahren, habe ich gleich wieder kehrt gemacht. Auf der Zimmerstraße führt die Radtour vorbei am Martin-Gropius-Bau zum Checkpoint Charlie. Hier ist irgendwie immer Jahrmarktstimmung. Menschen, Souvenierstände und Selfiesticks überall. Es gehört aber dann doch irgendwie dazu. Über die Koch- und Anhalter Straße dann wieder zurück zur Stresemannstraße. Hier habe ich mir die Ruine des Anhalter Bahnhofs aus der Nähe angesehen. Schon toll!

Hinter der Ruine geht es rechts am Tempodrom in einen kleinen Park. Den kannte ich bisher noch gar nicht, obwohl ich schon häufig in der Gegend war. Dieser führt auf den Fußgängersteg über den Landwehrkanal am Technikmuseum. Der Ausblick hier ist traumhaft.

Über die Möckernstraße führt die Tour in die Obentrautstraße. Eigentlich wollte ich hier nur flux zum Viktoriapark, erspähte rechts bei Hausnummer 53 aber einen schönen Eingang, der zu einem Hinterhof führte. Ich musste rein und wurde nicht enttäuscht. Hier befindet sich noch eine schöne alte Remise. Ein Traum!

Entlang der Großbeerenstraße geht es dann zur höchsten Erhebung Kreuzbergs (auch nicht zu übersehen): dem Kreuzberg im Viktoriapark. Auf dem Weg dorthin gibt es noch links den Riehmers Hofgarten – unbedingt ansehen (Großbeerenstraße 55)!

Der Kreuzberg ist ziemlich steil, ich habe das Fahrrad unten stehen lassen und bin hoch spaziert. Der Ausblick dort oben – gerade auch zum Sonnenuntergang – ist super schön.

Über den Mehringdamm geht es dann weiter in den Bergmannkiez. Am Wochenende kann man hier Floh- und Wochenmarkt-Hopping betreiben. Auf der Bergmannstraße befinden sich meist schon ein paar Stände (und natürlich auch allerhand Läden), weiter zum zauberschönen Chamissoplatz, Marheinekeplatz und zum Südstern.

Weiter durch den Gräfekiez zum Paul-Lincke-Ufer. Eine Radtour durch Kreuzberg ohne eine Strecke entlang des Kanals wäre wohl unvollständig.

An der Glogauer Straße habe ich Dank eines Tipps von AwesomeBerlin einen Abstecher zur Hausnummer 22 gemacht. Hier befindet sich ein traumhafter Kirchhof des Martha Pfarramtes.

Weiter entlang des Landwehrkanals. Auf der gegenüberliegenden Seite führt übrigens meine Radtour durch Treptow entlang. Schön, wenn meine Radtouren so aneinander anschließen :-) Durch den Görlitzer Park. Ich habe irgendwie eine zwiegespaltene Meinung zu diesem Park – so richtig wohl fühle ich mich hier nie. Über den Lausitzer Park mit der schönen Emmaus-Ölberg-Kirche (im Restaurant Toscanafraktion Ecke Waldemarstraße gibt’s die beste Lasagne der Stadt!) geht es zur Markthalle Neun. Durch seine Streetfoodmärkte und Events schon lange kein Geheimtipp mehr. Ein Besuch lohnt sich. Über die hassgeliebte Wrangelstraße geht es zurück zum Mariannenplatz.


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Tine

Ich bin Tine, gebürtig aus Berlin und ich liebe Fahrradfahren. Ich setze mich so oft es geht auf mein Fahrrad und fahre einfach los – irgendwohin, wo ich noch nicht war. Und das hier sind meine Radtouren. Mehr Infos über mich und den Blog gibt es hier

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