Radtour durch Hellersdorf

Für meine 21 in 21 Challenge möchte ich ja alle Bezirke in Berlin mit dem Farrad erkunden. Da gehört dann auch Hellersdorf dazu. Nachdem mir Marzahn ja schon gut gefallen hat, war ich gespannt, wie es in Hellersdorf wohl so ist.

Ich fuhr mit der U5 bis Wuhletal. Ich wollte eigentlich noch eine weiter fahren, aber hier wurde gebaut und es gab Schienenersatzverkehr. Daher startete ich kurzerhand von hier. Über Golzower und Hellersdorfer Straße fuhr ich durch den Clara-Zetkin-Platz Richtung Wuhletal-Wanderweg. Dieses Stück bin ich bereits auf meiner Radtour durch Marzahn entlang gefahren. Der Weg ist von der Beschaffenheit und der Natur wirklich toll.

Am Kienberg führte ein Weg rechts hoch. Von der Alten Hellersdorfer Straße geht ein Weg ab, der am Beerenpfuhlgraben entlang führt. Man sieht nicht viel von dem Graben, der Weg führt aber dennoch schön durch die Hellersdorfer Wohngebiete.

Direkt vorne an kann man einen Abstecher zur Hellersdorfer Straße 179 machen. Hier befindet sich nämlich die Museumswohnung WBS70 (sonntags 14-16 Uhr, außer feiertags). Hier wurde eine 3-Zimmer-Wohnung in einem Plattenbau von 1986 in ihren Urzustand versetzt. Voll ausgestattet und möbliert von der Schreibmaschine bis zur Schrankwand ist sie bis heute einmalig.

Ich fuhr weiter geradeaus über die Janusz-Korczak-Straße und die Quedlinburger Straße. Am Oschatzer Ring entdeckte ich links hinter einem Spielplatz ein Tiergehege. Ziegen und ein Wollschwein samt Jungtieren grasten vor sich hin und genossen die Sonne. Ich liebe Wollschweine und beobachtete ein wenig das Treiben im Gehege.

Weiter fuhr ich durch ein kleines Waldgebiet südlich der Landsberger Chaussee. Natur soweit das Auge blickt und kaum eine Menschenseele unterwegs. Wunderbar. Das liebe ich an Berlin. Eben noch Hochhäuser, dann ein Waldgebiet.

Aus dem Waldgebiet raus, fuhr ich kreuz und quer durch die Neubausiedlungen von Hellersdorf. Da ich selbst in einem Plattenbau wohne, sollte ich nicht zu laut sein. Aber ich gebe zu, so richtig sexy ist es hier jetzt nicht und wohnen möchte ich hier auch nicht. Es ist schon jwd, aber dafür grün und ruhig – das muss man schon sagen.

An der Heinrich-Grübler-Straße ging ein Fußweg rein. Hier wuchs Rhabarber in Hülle und Fülle als wäre es das normalste der Welt. Herrlich. Das habe ich hinterher gleich mal bei Mundraub eingetragen. Hier ging es dann durch eine beschauliche Kleingartenkolonie.

Hinter dem S-Bahnhof Mahlsdorf entdeckte ich wenig später auch schon das Highlight meiner Radtour – die Dorfkirche Mahlsdorf. Eine zauberschöne Feldsteinkirche mit angrenzendem Friedhof. Mahlsdorf von seiner dörflichen Seite.

Ich fuhr weiter durch die Wohngebiete. Unspektakulär, aber meine Fahrradtouren haben auch nicht den Anspruch besonders schön zu sein, sondern einen Einblick des Bezirks zu vermitteln.

An der Straße Alt-Mahlsdorf fuhr ich zum Ausblick Berliner Balkon. Das Korn und der Raps blühten ganz wunderbar. Auf der kleinen Anhöhe kann man den Blick schön schweifen lassen.

Abstecher-Tipp: Ich bin vom Berliner Balkon weiter südlich gefahren, wenn man an der Abzweigung nach der Anhöhe links abbiegt, kommt man zum Gutshof Mahlsdorf mit Gründerzeitmuseum und Park. Das habe ich auf meiner Radtour leider verpasst. Da muss ich aber nochmal hin.

Weiter südlich fuhr ich zu den Kaulsdorfer Seen. Vom Elsensee konnte man nicht viel sehen, aber am Habermannsee herrschte Volksfeststimmung. Ein toller Badesee mit vielen wilden Badebuchten, die bei dem herrlichen Wetter an dem Sonntag meiner Fahrradtour allesamt bevölkert wurden von Familien, Sonnenhungrigen und FKK-Anhängern. Wunderbar. Auf einem Trampelpfad kann man einmal drum herum fahren.

Ich fuhr ein Stück über Felder und dann wieder Richtung Wuhle. Der Stadtpark Biesdorf war jetzt keinen Abstecher wert, aber auch hier fährt es sich ganz toll an der Wuhle entlang.

Ab Alt-Kaulsdorf fuhr ich wieder durch die Wohngebiete und Einfamilienhaussiedlungen von Hellersdorf. Ich wollte noch zünftig einkehren und hatte vorher schon in der Going Local App von visitBerlin das Gasthof ‚Zum Oberfeld‘ empfohlen bekommen. Das war wirklich toll. Man kann schön draußen sitzen und das Essen war sehr lecker.

Über die Gülzower Straße fuhr ich zurück zum Bahnhof Wuhletal. Alles in allem war diese Radtour eher unspektakulär, aber sie gibt einen tollen Überblick über diesen Bezirk ganz im Osten Berlins.


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Keine Lust alleine zu radeln?

Tine

Ich bin Tine, gebürtig aus Berlin und ich liebe Fahrradfahren. Ich setze mich so oft es geht auf mein Fahrrad und fahre einfach los – irgendwohin, wo ich noch nicht war. Und das hier sind meine Radtouren. Mehr Infos über mich und den Blog gibt es hier

4 Kommentare:

  1. Ich freue mich über diese Tour und tatsächlich bist Du direkt an dem Haus vorbei gekommen, in dem ich wohne.
    Übrigens ist ein Spaziergang entlang der Wuhle auch empfehlenswert. Vielleicht im kommenden Jahr in Kombination mit einem Besuch der IGA?

  2. Eine schöne Tour durch unbekanntere Gebiete ist das. Deine Idee, alle 21 Bezirke abzufahren, gefällt mir. Ich fahre auch gerne mal abseits der Route. Zu Mauerzeiten sind wir mal in einer kleinen Gruppe den gesamten Weg an der Mauer innerhalb von West-Berlin abgefahren. Das war super. Viel Spaß noch bei deinen Touren.

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