Spaziergang durch die Höfe in Berlin Mitte

Eines Sonntages habe ich mich mit meinen Eltern Richtung Hackescher Markt aufgemacht. Ich wohne zwar ganz in der Nähe, aber aufgrund der Tourimassen ist man da dann doch eher selten.

So wollten wir uns das mal ansehen. Wir starteten am Alex und sind erstmal Richtung Münzstraße gelaufen. Dann haben wir einen Schlenker von Max-Beer-Straße über Alte Schönhauser Straße gemacht. Ich liebe es einfach mal rechts und links abzubiegen und Neues zu sehen.

An einer offenen Hoftür kann ich nicht vorbeigehen – ich muss immer reinschauen. Gerade die Hinterhof-Kultur in Berlin ist wirklich einzigartig und spannend. Von heruntergekommenen, in der Zeit stehengebliebenen bis modernisierten Hinterhöfen ist irgendwie alles dabei. In Kreuzberg habe ich mal alte Stallungen entdeckt. Wahnsinn!

Zurück zum Spaziergang. An der Alten Schönhauser/Münzstraße wurde das Eckhaus saniert und den Hinterhof – heute genannt Blue Yard – konnte man begehen. Vorn ist alles neu, hinten scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Das gibt einen kleinen Einblick in die Hinterhöfe, wie sie noch vor nicht allzu langer Zeit überall aussahen.

Spaziergang Berliner Höfe

Danach sind wir dann in die Neue Schönhauser gelaufen. Hier sind ja viele Labels ansässig und alles ist irgendwie hip und modern. Ein Blick nach oben verzückte mich aber – eine alte Hausbemalung von anno dazumal. Toll!

Das sage ich immer wieder gern: Schaut nicht immer stur geradeaus – werft einen Blick nach oben. Es gibt teilweise so tolle Architektur in Berlin zu bewundern – ob neu, modernisiert und einfach unheimlich alt. Ein Traum für jeden Architektur-Liebhaber wie mich!

Spaziergang Berliner Höfe

Von der Rosenthaler Straße sind wir dann in den Hof vom Central Kino eingebogen (neben dem zuckersüßen Café Cinema). Mitten im Trubel des Hackeschen Marktes tut sich hier ein wahrer Hinterhof-Schatz auf. Vorne ist das Anne Frank Zentrum, in der Mitte das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt (sehr zu empfehlen, gratis Eintritt) und hinten das Kino Central.

Als Cineast war ich letztes Jahr zum ersten Mal im Kino Central. Sehr süßes kleines Programmkino. Ich habe „Berlin – Synphonie einer Großstadt“ gesehen inkl. elektronischen Beats von Tronthaim – ziemlich geil.

Danach ging es in die Hackeschen Höfe. Bis auf den ersten Hof mit Chamäleon und Oxymoron bin ich noch nie weiter vorgedrungen. Aber da gibt es ja noch 7 weitere Höfe. Sehr cool. Wer da wohl wohnt, habe ich mich gefragt.

Spaziergang Berliner Höfe

Abstecher-Tipp: Dreht eine kleine Runde über die Große Hamburger Straße zur Sophienkirche. Ich finde es immer wieder Wahnsinn, dass in der Großen Hamburger auf der linken Seite noch so ein kleiner alter Flachbau mit Spitzdach steht – sieht aus wie eine alte Stallung in einem Brandenburger Dorfkern, ist aber tatsächlich mitten in Berlin. Und dann stehe ich jedes Mal fassungslos vor dem Haus rechts vor dem Eingang zum Hof der Sophienkirche. Da sind tatsächlich noch Einschusslöcher drin und das nicht zu knapp. Wahnsinn!

Zurück zu den Hackeschen Höfen: Am Ende landet ihr in der Sophienstraße. Hier seht ihr auch die Rückseite der Kirche, man kommt von hier aber nicht rein. Ein Stück die Straße hoch geht es rechts in die Sophie-Gips-Höfe. Diese sind zwischen 9 und 22 Uhr zugänglich und durch diverse Lichtinstallationen auch bei Dunkelheit sehr sehenswert.

Gastro-Tipp: In der Mitte der Sophie-Gips-Höfe befindet sich das Barcomi’s Deli – hier gibt es herrlichen Kuchen. Es ist aber auch immer gerappelt voll.

Über die Gipsstraße und die Auguststraße, vorbei am legendären Clärchens Ballhaus (den Schwoof am Samstagabend kann ich sehr empfehlen – mit Liveband), geht es kurz vor der Tucholskystraße noch in die Heckmann Höfe. Der Name stammt vom früheren Besitzer – dem Maschinenfabrikanten Reinhold Heckmann.

Zwei kleine Höfe führen von Oranienburger bzw. Auguststraße zu einem großen Innenhof. Dieser ist in den letzten Jahren liebevoll restauriert worden und mit vielen Pflanzen, einem Brunnen, Cafés und kleinen Geschäften gestaltet.

Tipp: Im Hof zur Oranienburger Straße gibt es eine Bonbonmacherei mit Schauküche.

Als Abschluss lohnt noch ein kleiner Blick in den Kunsthof Berlin. Die neue Heimat der Tadshikischen Teestube…

Ich denke, das waren genug Hinterhöfe für einen Spaziergang. Ich finde sie aber alle gleichermaßen toll und einen Blick wert. Hier würde ich das Fahrrad auch stehen lassen und die Höfe zu Fuß erkunden…

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Geführte Spaziergänge

Tine

Ich bin Tine, gebürtig aus Berlin und ich liebe Fahrradfahren. Ich setze mich so oft es geht auf mein Fahrrad und fahre einfach los – irgendwohin, wo ich noch nicht war. Und das hier sind meine Radtouren. Mehr Infos über mich und den Blog gibt es hier

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